Ab in den Norden – über Lübeck nach Usedom

Dieses Jahr ist Reisen anders, daher entdecke ich meine Heimat Deutschland nochmal neu. Mit dem ICE geht es für mich in der 1. Klasse von Bonn nach Lübeck. Wunderschöne Landschaften ziehen während der Zugfahrt an mir vorbei – durch grüne Wiesen und Wälder, vorbei an Flüssen und Seen. Nach etwa fünfeinhalb Stunden komme ich in Lübeck Hauptbahnhof an.

Meine Freundin hat einen kleine Knutschkugel, damit meine ich ihren gemütlichen, kleinen Wohnwagen. Mit diesem wollen wir ein Stück Ostsee erobern. Treffpunkt ist Lübeck.

Selbstverständlich wollen wir einen Gusto von Lübeck erhaschen und fahren in die City. Das Lübecker Holstentor aus Backstein ist unübersehbar und schmückt das Entrée in die Stadt. Natürlich gehen wir auch durch das Holstentor, das gehört einfach dazu. Von der Seite betrachtet ist es schief und erinnert mich an den schiefen Turm von Pisa. Dahinter eröffnet sich uns ein wunderschönes Flusspanorama, mit roten Backsteinhäusern und einer kleinen idyllischen Brücke, die Komplimente macht, wenn man drüber geht. Kein Scherz!

Lübeck hat etwas, es ist gemütlich, mit vielen kleinen Boutiquen und Geschäften und Kunst. Überall sehen wir Kunst, Skulpturen, kunstvolle Inszenierungen. Am Flussufer der Trave entdecken wir sogar eine Künstlerin, der das Thema Nachhaltigkeit sehr am Herzen liegt und hierfür ein Projekt ins Leben gerufen hat und Menschen porträtiert, die etwas für die Nachhaltigkeit tun. Schöne Idee. Like it!
 
Wir schlendern vorbei an unglaublich vielen Kirchen auf relativ kleiner Fläche. Auf der Benedektiner Kirche soll es eine tolle Aussicht auf die Stadt und die Umgebung geben. Wir schenken uns den Ausflug in die Höhe, da uns der Hunger ins Restaurant treibt.
Wir bekommen den Tipp von einer Ortskundigen, die uns das Restaurant Erbse empfiehlt – eine vegane Brasserie. Ich probiere einen Veganen Burger mit Pilz-/Walnusspatty, viel Salat und hausgemachten Dressing. Es ist unglaublich lecker. Daumen hoch. Der Service ist toll und super nett. Wir kommen gerne wieder.
Dann flanieren wir durch die schmalen Gassen – überall sehen wir diese kleinen, gemütlichen Backsteinhäuser aus dem Mittelalter und dazwischen niedrige Gassen, die uns oftmals am Ende mit einem kleinen Café und zauberhaften Innenhöfen überraschen.
 
Natürlich gehört zum City Stroll auch ein Besuch des berühmten Niedegger Marzipan Geschäfts. Ich bin überwältigt von der Auswahl der unterschiedlichen Marzipan-Köstlichkeiten – mit Pistazie, mit Schokolade, mit Rum, in allen Formen und Farben. Du kannst dort auch das Café besuchen und Törtchen und Kuchen probieren. Gegenüber gibt es die Niedegger Arkaden – ein noch imposanteres Café, welches in einem historischen Gebäude versteckt ist. Davor eine imposante Treppe, die mit kunstvoll Ornamenten und Verzierungen beeindruckt.
Nachmittags wollen wir spontan eine Bootstour auf der Trave machen. Wir sind jedoch zu spät dran – die letzte Tour beginnt um 16 Uhr und dauert ca. 1 Stunde und kostet € 19. Alternativ kannst du für 1 Stunde ein Boot (auch ohne Bootsführerschein) ausleihen für € 39.
Manchmal führen uns die Wege woanders hin als ursprünglich das Ziel war. Wie passend – für die meisten Situationen im Leben. Die Kunst ist immer offen und flexibel zu bleiben, um die “Umwege” zu genießen.
 
Wir wollten auf dem Weg nach Usedom in Rostock zu Mittag essen und uns die Stadt ein bisschen angucken. Wir sind Richtung Hafen gefahren und dann im Industriehafen gelandet. Das kann schon mal bei spontanen Aktionen passieren, aber hey, so what? Wir entscheiden uns spontan für einen anderen Ort und machen Halt in Hohe Düne. Wir entdecken einen wunderschönen Yachthafen. Drumherum eine sehr gepflegte Promenade mit schönen Restaurants. Viele sind geschlossen, da wir im Oktober außerhalb der Saison hier sind. Wir spazieren herum, genießen die herrliche Aussicht auf die schicken Yachten und das weite Meer. Wieder im Auto unterwegs stoppen wir an einer der typischen Fischbuden und essen zu Mittag: es gibt hausgemachte Fischsuppe und Backfisch. Unser Fazit: der ungeplante Schlenker hat sich gelohnt.
 
Abends erreichen wir unseren Campingplatz in Usedom. Dieser liegt in Stubbenfelde und fast an der Ostsee – 100m bis zum Wasser und dem feinsandigen Sandstrand. Ein Traum. Von unserem Platz hören wir das Rauschen der Wellen. Es ist großartig und ich liebe es – diesen Mix in meinem Leben aus edel, mondän und easy, outdoor. Es ist eben Currywurst und Champagner. Mein Gesetz der Polarität.
 
Die herrschaftlichen Kaiserbäder Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin liegen nebeneinander am 42km langen Sandstrand, den sich Polen und Deutschland teilen. Es ist schon witzig beim Laufen vom Smartphone darauf hingewiesen zu werden, dass ich jetzt in Polen bin.
 
Später flanieren wir durch Ahlbeck und bewundern die prachtvollen Bauten der Kaiserbäderarchitektur. 
Nach der ganzen Herumlauferei tun mir die Füße weh und ich freue mich auf das selbst gekochte Abendessen mit Champagner. Ich liebe es!
Heute geht es mit dem Zug nach Swinemünde in Polen. Klingt weit, ist es nicht. Von Ahlbeck sind es gerade mal 4 km.
Auch hier werden wir mit einen breiter Strand und Strandpavillons verwöhnt. Nach unserem Strandspaziergang lassen wir uns in einem Strandpavillon nieder und genießen einen Cappuccino. Bezahlt wird in Zloti oder Euro. Bei den großen Hotels Hilton und Radisson gibt es einige Cafés, Restaurants und Modeboutiquen sowie Souvenirgeschäfte – alles sehr modern, sehr clean. Auch hier gibt es eindrucksvolle Bauten. Die Straßen sind breiter, größer als in den Seebädern Ahlbeck und Heringsdorf.
Mir gefallen die Seebäder Ahlbeck und Heringsdorf besser. Es ist natürlich Geschmacksache. Nach unserem schönen Tag haben wir keine Lust zu kochen – zumal wir schon Nachmittags so hungrig sind. Zurück in Ahlbeck suchen wir uns eine Fischbude, in der wir gebeizten  Lachs auf Reibekuchen mit Krautsalat – alles hausgemacht – essen und einen Grauburgunder mit Blick auf die Ostsee trinken. Das Essen und der Wein waren toll. Es hat uns sehr gut geschmeckt. Ich kann Uwes Fischerhütte sehr empfehlen. Wenn ihr auf Usedom seid, schaut mal vorbei.
 
 

Für den kleinen Hunger gibt es hier Fischbrötchen mehr oder weniger an jeder Ecke – meistens auch hausgemacht. Einfach nachfragen.

Unser Kurzurlaub ist schon wieder zu Ende und wir machen uns auf den langen Rückweg nach Bonn.
Wir kommen an Wollgast mit schnuckeligen Fachwerkhäusern vorbei und passieren die blaue Peene-Brücke, beobachten Fischer, die am Flußarm stehen – ein idyllisches Szenario und bestimmt lohnenswert für einen Besuch. Wir sparen uns das, da wir noch einige Stunden Autofahrt vor uns haben.
 
 

Warst du schon auf Usedom? Wo war dein Lieblingsort?

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