Verzicht auf emotionale Mitarbeiterbindung kommt Unternehmen teuer zu stehen

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Remote arbeiten ist nicht erst seit Corona ein aktuelles Thema sondern beschäftigt Unternehmen seit vielen Jahren.
Vor allem die Unternehmen, wo Teams werksübergreifend oder international zusammenarbeiten.
Seit 2 Jahren wurde der Turbo gezündet – mobile arbeiten hat eine neue Dimension erreicht. Die Firmen, die Home Office zuvor noch abgelehnt haben, haben Lösungen gefunden wie Teamwork auch online stattfinden kann.
 
Doch nicht alles ist Gold was auf dem ersten Blick glänzt.
Inzwischen klagen immer mehr Führungskräfte, dass  remote arbeiten doch nicht so gut funktioniert, dass die Ergebnisse nicht erreicht werden oder dass die Team-Motivation nachgelassen hat. Daher sei es viel besser, die Mitarbeiter wieder ins Büro zu holen.
Abgesehen davon, dass dieser Standpunkt nur eine Perspektive darstellt, ist es eine sehr menschliche Herangehensweise, wieder zu dem alten Normal zurückzukehren, wenn etwas Neues nicht sofort gut funktioniert. Wir Menschenwesen mögen es einfach. Unser Gehirn ist so ausgelegt. Es bedarf daher nachhaltige Übung, wenn wir etwas Neues lernen und umsetzen wollen.

Home Office umfasst mehr als ein Laptop und die neuesten Apps

Wir müssen uns ansehen, welche Maßnahmen ergriffen wurden, um Remote Work zu ermöglichen. Dabei gilt es die 3 Schlüssel-Bereiche zu beleuchten:
 
📍IT (Hardware + Software)
📍Räumlichkeiten (Büro, Workspace, Home Office)
📍Firmenkultur (Kommunikation + Mindset)
 
Die meisten Unternehmen haben für ihre IT und Räumlichkeiten Lösungen gefunden, so dass ihre Mitarbeiter mit stabiler Internetverbindung, Laptop, Smartphone an einem Schreibtisch mit ergonomischen Stuhl inzwischen routiniert ihren Aufgaben nachgehen können. Sie wissen wie sie mit der neuen Software und Video-Calls per Zoom oder MS Teams umgehen müssen, kennen die Regeln oder wissen, wo sie sie nachsehen können.
 
Bei den Soft Facts wie Firmenkultur gibt es keine Regeln, kein Nachschlagewerk oder eine Plattform, wo ich als Führungskraft oder Mitarbeiter:in nachsehen kann und mich orientieren kann. Kommunikation und Mindset fallen hinten runter und sind dennoch die Gefilde, in denen es massiv Optimierungsbedarf gibt.
Es ist unerlässlich sich als Unternehmen damit zu beschäftigen, um sich zukunftsfähig als attraktiver Arbeitgeber aufzustellen.
 
Der erste Schritt ist, ein Bewusstsein zu entwickeln, dass wir es im menschlichen Umgang miteinander mit unterschiedlichen Persönlichkeiten, Werten und Bedürfnissen zu tun haben.
Für eine klare Linie dienen Unternehmen ihre authentischen  Werte. Sie bilden das Herz der Firmenkultur. Hier reichen keine leeren Worthülsen, die verbal ausgefeilt ausschließlich auf der Firmenwebsite zu finden sind und nicht gelebt werden. Stattdessen brauchen Unternehmen klare und erlebbare Werte. Sie stehen im Einklang mit dem, wofür sie stehen und wie sie handeln.
Unternehmenswerte sind heute wichtiger denn je. Stellen sie doch das Herzstück des Unternehmens im Innern dar und dienen als Aushängeschild nach außen. Sie sind die Antwort auf den starken Wunsch von Mitarbeiter:innen, Erfüllung in ihrem Job zu finden. Wenn talentierte Mitarbeiter:innen sich mit den Unternehmenswerten identifizieren können, erhöht dies automatisch die Attraktivität als potentieller Arbeitgeber.

New Normal - Emotionen im Job

Eine emotionale Mitarbeiterbindung ist die Voraussetzung für zukunftsfähige Unternehmen.
Laut des Gallup Engagement Index 2020 haben 15% der Arbeitnehmer: innen innerlich gekündigt, was Unternehmen finanziell jährlich stark belastet.
Die Studie untersucht auch die Mitarbeiterbindung zum Unternehmen und findet heraus, dass 68% eine geringe bis gar keine emotionale Bindung zum Unternehmen haben. Dies wirkt sich nachteilig auf die Performance des Unternehmens aus. Die Wechselbereitschaft der Mitarbeiter:innen steigt.
Bei der Mitarbeiterzufriedenheit spielt die Führungskraft eine wesentliche Rolle. Mitarbeiter: innen, die sich in ihren Stärken von ihren Vorgesetzten unterstützt werden, fühlen sich wohler und wahrgenommen.
 
Die Langzeitstudie der Havard University, die bereits über 80 Jahre umfasst, fand heraus, dass sich soziale Einbindung stärker als alles andere auf das mentale und körperliche Wohlbefinden auswirkt.
Die logische Konsequenz: es zahlt sich aus, wenn Unternehmen in den Zusammenhalt ihrer Belegschaft investieren.
Betriebsinterne Beziehungspflege ist das A und O für motivierte, leistungsfähige Mitarbeiter und gelingendes Teamwork.
Angestellte mit starken Bindungen zu ihren Vorgesetzten sind zufriedener, leistungsfähiger, tragen stärker zu Unternehmensgewinnen bei und sind loyaler.

Feedback-Kultur - nichts geht ohne Vertrauen

Es spricht  einiges dafür, als Leader sein Team im Blick zu haben und die unterschiedlichen Kompetenzen und Talente zu kennen und zu fördern.
Im Prinzip fängt es bei dir als Führungskraft an. Wenn du deine Werte und Kompetenzen kennst und reflektierst und bereit bist,  sie offen zu kommunizieren und dafür einzustehen, fassen Mitarbeiter Vertrauen und tun es dir nach.

 

Um eine vertrauensvolle Atmosphäre zu erreichen, ist Feedback essenziell. Wenn ich als Führungskraft erfolgreich sein will, reicht es nicht aus, das Management glücklich zu stimmen und die KPI’s zu erfüllen, sondern ich brauche ein produktives und gut performendes Team. Zumal sich die KPI’s nicht alleine sondern nur gemeinsam im Team erreichen lassen. Es ist wie das Segelschiff auf dem Ozean. Ich kann als Kapitän eine Richtung vorgeben. Segel hiessen, die Ruder betätigen, das Steuerrad lenken, das Essen zubereiten, dafür brauche ich mein Team, was sich mit den spezifischen Aufgaben viel besser auskennt, um sie erfolgreich zu erledigen.
 
Ob du eine gute Führungskraft bist oder nicht entscheidest nicht du, sondern dein Team, deine Kunden und dein Management. Eine positive Feedback-Kultur (Stichwort: Fehlerkultur) hilft dir dabei dich selbst besser einzuschätzen und stetig weiterzuentwickeln. Du bekommst durch das Feedback gespiegelt, wie sich dein Führungsverhalten bei den unterschiedlichen Stakeholdern auswirkt.
 
Je offener du als Führungskraft mit Feedback umgehst, desto größer ist das Vertrauen deines Teams in dich und desto höher die Motivation. Die Bereitschaft deines Teams sich für dich und die gemeinsamen Ziele einzusetzen, steigt um ein Vielfaches.

Zeit - der Schlüssel zu gelingendem Teamwork

Feedback ist nur eine wichtige Stellschraube, um die Teamperformance zu verbessern.
Elementar ist, dir Zeit für deine Mitarbeiter:innen zu nehmen.
 
Besonders im New Normal begleitet uns das Phänomen Remote work, was mehr Aufmerksamkeit und eine höhere Sensibilität von Teamleadern abverlangt. Rein fachlich aufgesetzte Online Meetings reichen nicht aus, um sicherzustellen, dass es dem Team gut geht. Jeder Mensch geht  individuell unterschiedlich mit Home Office um. Die Lebensumstände sind bei jedem anders und auch  Resilienz äußert sich je Persönlichkeit anders.

Top 3 Erfolgsfaktoren für eine funktionierende Teamperformance - auch im Home Office

  • Führungskraft als Vorbild: die eigenen Werte und Kompetenzen kennen und darüber sprechen schafft Vertrauen.

 

  • Motivation steigern: die eigene Meinung durch unterschiedliche Stakeholder erweitern durch offene Feedback-Kultur im Team.

 

  • Zeit nehmen: besonders im Home Office ist es wichtig persönliches Interesse zu zeigen und im Dialog bleiben – im Team und individuell. Dies beugt Frustration vor und sorgt für eine positive Grundstimmung.
 

Fazit:

Remote arbeiten ist kein Ausnahmezustand sondern gehört zum New Normal.
Authentische Werte sind die Voraussetzung für Unternehmen, um sich zukunftsfähig und attraktiv für neue Talente auszurichten.
Emotionale Mitarbeiterbindung entsteht durch Empathie und Zeit der Führungskräfte.
Vertrauen ist die Basis für gelingendes Teamwork.
 

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